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Selbsthilfetag zeigt Wege aus psychischen Krisen

Panik, Angst, Depression, Burnout  – die Nachfrage nach Selbsthilfegruppen und Institutionen, die Menschen in psychischen Krisen unterstützen, ist ungebrochen hoch. Selbstzweifel, Antriebslosigkeit, tiefe Traurigkeit oder Todesängste sind nur einige von zahlreichen Emotionen, die in solchen Situationen zur enormen Belastung werden können.

 

Der diesjährige Selbsthilfetag im Odenwald möchte sich diesem Thema widmen. Er findet am Samstag, 18. November, von 10:00 bis 14:00 Uhr im Festsaal des Hauses der Energie im Volksbank-Atrium, Helmholtzstraße 1, Erbach, statt. Christin Hauer vom Selbsthilfebüro Odenwald, das im Landratsamt angesiedelt ist, lädt alle Interessierten zu diesem Tag ein. „Wir wollen gemeinsam Wege und Lebenswege aufzeigen, die Mut machen sollen, und die Gewissheit vermitteln, dass es Unterstützung und Auswege aus lähmenden und lebensbeeinträchtigenden Gefühlen gibt.“

 

An dem Tag stellen sich etliche Selbsthilfegruppen und Fachstellen vor. Außerdem gibt es einen Fachvortrag von Dr. Max Ludwig, dem leitenden Oberarzt des Zentrums für seelische Gesundheit, das in diesem Jahr eröffnet wurde. Die Psychiatrie gehört zum Gesundheitszentrum Odenwaldkreis in Erbach. Ludwig stellt die neue Einrichtung vor und spricht darüber, wie sie Patienten in Krisensituationen hilft. Der Fokus der Veranstaltung soll nahe am persönlichen Erleben von Krisensituationen und den Wegen aus ihnen heraus liegen. Das wird besonders in den  Erfahrungsberichten von Werner Niebel (Selbsthilfegruppe Angst-Panik-Depression) und von Anja Schneider deutlich. Schneider hat selbst eine psychische Krise durchlebt und nutzt als ausgebildete Genesungsbegleiterin ihre Erfahrungen in der Unterstützung von Menschen, denen es ähnlich geht.

 

Einen weiteren Höhepunkt des Selbsthilfetags ist das Motivationstheater „Rotkäppchen 4.0“, des Mobilen Odenwaldtheaters von und mit Tina und Joseph Stier. Sie veranschaulichen, dass man manchmal vom Weg abkommen muss, um den eigentlichen Weg zu finden.

 

Darüber hinaus gibt es genügend Raum für Austausch und Diskussion. Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher ist gesorgt. Hauer wird die Veranstaltung gemeinsam mit der Regionalkoordinatorin der Selbsthilfebüros Südhessen der Paritätischen Projekte, Margit Balß, eröffnen. Der Odenwaldkreis wird von der Kreisbeigeordneten und Beauftragten für das Ehrenamt, Anni Resch, und von Helga Fehrmann vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts vertreten.

 

Getragen wird das Selbsthilfebüro vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, mit dem der Odenwaldkreis kooperiert. Das Büro steht derzeit in Kontakt mit 57 aktiven Selbsthilfegruppen, sechs davon sind im Bereich Psychische Erkrankungen und Probleme tätig, 14 im Bereich Sucht und Abhängigkeit.


07.11.2017

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen